Uvulo-Palato-Pharyngoplastik (Gaumensegelstraffung, Schnarch-OP)

Beim Schnarchen muss unterschieden werden, ob es sich nur um ein lästiges, aber harmloses Atemgeräusch handelt, oder ob zusätzlich eine Schlafapnoe mit krankhaften Atemaussetzern vorliegt. Hierfür muss vor jeder Schnarchoperation (Uvulo-Palato-Pharyngoplastik, UPPP) eine ambulante Schlafuntersuchung (Polygraphie) durchgeführt werden. Liegt eine Schlafapnoe vor, wird diese bevorzugt mit einer nächtlichen Atemmaske (cPAP, continuous positive airway pressure) behandelt. Nur wenn dies nicht funktioniert oder dies für Sie nicht in Frage kommt, sollte über eine Operation nachgedacht werden. Die Kosten der Operation werden dann von der Krankenkasse übernommen. Wenn keine Schlafapnoe vorliegt, muss die Operation selbst bezahlt werden, da Schnarchen allein keine Krankheit ist. Mehr Informationen finden Sie unter diesem Link. Oft spielt für das Schnarchen eine Behinderung der Nasenatmung eine Rolle. Da diese oft leichter zu beheben ist kann es sinnvoll sein, sich um dieses Problem zuerst zu kümmern.

Schnarchoperationen können sehr schmerzhaft sein. Die Erfolgsaussichten von Schnarchoperationen liegen nicht bei 100%, im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass sich gar nichts verbessert. Durch langjährige Erfahrung und sehr sorgältige Untersuchung, die ggf. sogar eine Untersuchung der Atmungsaussetzer in Narkose beinhaltet, werden wir Ihnen die Operation nur dann empfehlen, wenn sie gute Aussichten auf Erfolg hat. Am besten sind die Ergebnisse, wenn die Mandeln mit enfernt werden können (Tonsillektomie). Dann können zusätzlich die Gaumenbögen mit einer speziellen Nahttechik nach vorne und oben verlagert werden ("Relocation-UPPP"). Dieser Eingriff ist nur in Narkose mit anschließendem stationären Kranenhausaufenthalt für drei Nächte möglich. Die Gaumensegeloperation allein kann auch ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Mit Radiofrequenz, also einer Nadel, die durch hochfrequenten Strom erhitzt wird, wird der Schleimhautüberschuss am Gaumensegel abgeschitten und das Zäpfchen gekürzt. Der Schnitt mit Hitze versiegelt dabei kleine Blutgefäße gleich, sodass es meist nur wenig blutet. Zusätzlich können durch Einstiche mit der Radiofrequenznadel in die Muskulatur des Gaumens Narben gesetzt werden, die das Gaumensegel zusätzlich straffen.

Wird der Eingriff zusammen mit einer Tonsillektomie durchgeführt, richten sich danach die Empfehlungen für die Zeit nach der Operation. Ohne Tonsillektomie ist das Blutungsrisiko deutlich geringer, dennoch brauchen die meisten Patienten für 2-3 Wochen Schmerzmittel. Eine typische und oft langfristige Nachwirkung einer Gaumensegelstraffung ist ein gewisses Trockenheitsgefühl im Hals. Über das Risiko eines Überschluckens in die Nase klären wir zwar auf, es kommt aber in der Praxis mit den modernen Operationstechniken kaum noch vor.

© PD Dr. Bernhard Olzowy, März 2018

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