Allergologie

Die Allergologie ist ein sehr breites Feld, das wir HNO-Ärzte uns mit Kinderärzten, Hautärzten, Lungenfachärzten und Magen-Darm-Spezialisten teilen. Wir sind dabei spezialisiert auf die sogenannten Aero-Allergene, die eingeatmet werden und die in der Folge zu Naselaufen, Anschwellen der Nasenschleimhaut, Niesreiz, Augenjucken und manchmal zu Asthma führen. Nahrungsmittelallergien und Allergien gegen Bienen- oder Wespengift können wir durch Bluttests feststellen, werden Sie aber für die Therapie an entsprechende Spezialisten verweisen.

Unter den Aero-Allergenen unterscheidet man zwei Gruppen: solche, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit einwirken ("saisonale Allergie") und in dieser Zeit die typischen Symptome des Heuschnupfens (Niesreiz, Naselaufen, Augenjucken) auslösen, und solche, denen Sie das ganze Jahr über ausgesetzt sind ("perenniale Allergie") und deren Symptome weniger eindeutig sind.

Die ersten Pollen von Hasel und Erle fliegen oft bereits an den ersten warmen Tagen im Januar und Februar. Im März und April kommen dann Birken- und Eschenpollen dazu. Im Frühsommer (Mai und Juni) sind Gräser- und Roggenpollen unterwegs, später im Juli und August fliegen Beifuß- und Ambrosiapollen, typische Herbstallergene sind die Pilzsporen von Alternaria. Je genauer Sie uns sagen können, wann Sie Beschwerden haben, desto besser können wir die optimale Therapie für Sie festlegen. Unabhängige Informationen zum aktuellen Pollenflugs ohne Werbung finden Sie auf der Pollenflugseite des Deutschen Wetterdienstes.

Hauptvertreter der perennialen Allergene sind die Hausstaubmilben, seltener Vorratsmilben und Schimmelpilze. Im Falle einer Allergie schwellen nach und nach die Nasenschleimhäute an, v.a. nachts im Bett. In der Folge können auch Schnarchen, eine Infektanfälligkeit, Halskratzen oder ein Kloßgefühl im Hals auftreten. Daher werden wir Ihnen bei solchen unspezifischen Beschwerden meist zu einem Allergietest raten.

Eine Allergieabklärung besteht nach einem Gespräch über Ihre genauen Beschwerden aus einem Haut- und einem Bluttest. Da der Hauttest für unserer Helferinnen zeitaufwendig ist, bekommen Sie hierfür möglicherweise einen extra Termin, bitte bringen Sie dann Zeit mit. Der Bluttest wird nur im Abstand einiger Wochen bis Monate in unserer Praxis ausgewertet. Wir werden Ihnen also nicht innerhalb weniger Tage ein Ergebnis präsentieren können. Gerade in der Allergiebehandlung ist jedoch die Auswahl der optimalen Therapie und der Wille, diese auch über den notwendigen Zeitraum von 3-5 Jahren durchzuhalten entscheidend, und nicht eine rasche Diagnose, um sofort anfangen zu können.

Allergiesymptome können kurzfristig gut mit Antihistiminika oder/und cortisonhaltigem Nasenspray unterdrückt werden. Wir beraten Sie hier individuell zu den für Sie optimalen Präparaten. Allerdings schützt auch eine gute Symptomkontrolle nicht vor der häufig auftretenden Verschlechterung der Symptome im Verlauf. Es besteht ein weit verbreiteter Irrglaube, Heuschnupfen würde mit der Zeit von selbst wieder vergehen, "sich auswachsen". In vielen Fällen ist das Gegenteil der Fall: mit der Zeit vergehen die Beschwerden nicht mehr nach einigen Wochen, sondern halten vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst an. Zudem entwickeln viele Patienten mit der Zeit ein allergisches Asthma, besonders hoch ich das Risiko hierfür bei der Hausstaubmilenallergie. Gegen eine solche Entwicklung schützt nur die Immuntherapie, auch als "Hyposensibilisierung" bezeichnet.

Bei der Immuntherapie wird über einen längeren Zeitraum das Allergen zugeführt, um den Körper daran zu gewöhnen und ihm die krankhafte Immunreaktion abzutrainieren. Früher ist es bei dieser Therapie immer wieder zu schweren Reaktionen (Asthmaanfall, allergischer Schock) gekommen. Durch Verbesserungen der Therapieallergene kommt diese heute kaum noch vor. Wir bieten folgende Formen einer Immuntherapie an:

  • subkutane (Spritzen-) Immuntherapie, klassisch: nach einer Aufdosierungsphase von 3-8 Wochen mit einer Spritze jede Woche erhalten Sie über einen Zeitraum von 3-5 Jahren alle 4 Wochen eine Spritze. Die Aufdosierung muss zum Beginn des Pollenflugs abgeschlossen sein, bei Allergien gegen frühblühende Bäume (Hasel, Erle, Birke) sollte im November/Dezember begonnen werden, bei Gräser/Roggen im März. Am Tag der Spritze sollten Sie gesund sein und keinen Sport machen. Nach der Spritze müssen Sie zur Überwachung noch eine halbe Stunde bei uns in der Praxis bleiben. Hierbei machen wir keine Ausnahmen!
  • subkutane (Spritzen-) Immuntherapie, präsaisonal: Jeweils vor der Allergiesaison bekommen Sie vier Spritzen, die ersten drei im Abstand einer Wochen, die vierte nach 1-4 Wochen. Bei Allergien gegen frühblühende Bäume (Hasel, Erle, Birke) sollte im November/Dezember begonnen werden, bei Gräser/Roggen im März. Die Therapie wird über einen Zeitraum von 3-5 Jahren jedes Jahr wiederholt. Am Tag der Spritze sollten Sie gesund sein und keinen Sport machen. Nach der Spritze müssen Sie zur Überwachung noch eine halbe Stunde bei uns in der Praxis bleiben. Hierbei machen wir keine Ausnahmen!
  • sublinguale Therapie mit Tabletten: Diese Therapieform ist bislang nur für Gräserpollen- und Hausstaubmilbenallergiker verfügbar. Sie nehmen jeden Tag eine Tablette, die erste Einnahme wird bei uns in der Praxis überwacht. Die Tablette wird unter die Zunge gelegt und löst sich dort auf, erst dann sollten Sie schlucken. Die Einnahme kann unangenehm sein mit Anschwellen und Jucken der Mund- und Rachenschleimhaut, machmal auch mit vorübergehenden Beschwerden an Speiseröhre und Magen. Gefährliche allergische Reaktionen sind bislang nicht vorgekommen.
  • sublinguale Therapie mit Tropfen: Hier nehmen Sie jeden Tag einige Tropfen unter die Zunge und warten eine Zeit lang bis Sie Schlucken. Die erste Einnahme wird bei uns in der Praxis überwacht. Die Einnahme kann unangenehm sein mit Anschwellen und Jucken der Mund- und Rachenschleimhaut, machmal auch mit vorübergehenden Beschwerden an Speiseröhre und Magen. Gefährliche allergische Reaktionen sind bislang nicht vorgekommen. Ein entscheidender Nachteil der Therapie mit Tropfen ist, dass diese gekühlt werden müssen und es daher für vielen Patienten schwierig ist, die tägliche Einnahme über 3-5 Jahre wirklich durchzuhalten.

© PD Dr. Bernhard Olzowy, März 2018

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