Rhinoplastik (Korrektur der äußeren Nase)

Die Rhinoplastik, also die Korrekur der äußeren Nase, ist eine sehr anspruchsvolle Operation. Es gibt viele unterschiedliche Schönheitsfehler, die eine Nase haben kann und für jeden einzelnen wiederum eine Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten, ihn zu korrigieren. Nicht jeder Veränderungswunsch kann auch tatsächlich (sinnvoll) umgesetzt werden. Wenn Ihnen etwas an Ihrer Nase nicht gefällt, möchte ich daher zunächst genau verstehen, was Sie verändert haben möchten. Hierfür werde Ich Ihr Gesicht fotografieren, und wir werden gemeinsam eine grobe Computersimulation durchführen, damit Sie sich vorstellen können, wie Ihr Gesicht mit einer veränderten Nase wirkt. Ich werde Ihre Nase von innen und außen untersuchen und abtasten, um zu verstehen, welche genaue Veränderung des Nasengerüsts für Ihr Problem verantwortlich ist und mit welchen Techniken ich diese korrigieren kann. Erst wenn wir eine gemeinsame Zielvorstellung entwickelt haben, bei der ich mir sehr sicher bin, dass ich sie erfüllen kann und möchte, werden wir einen Operationstermin vereinbahren. Ich bitte alle Patienten, sich wenige Tage vor der Operation noch einmal bei mir in der Praxis vorzustellen. Ich mache mir in jedem Einzelfall einen detaillierten, individuellen Plan aller Einzelschritte der Operation, um optimal vorbereitet zu sein.

Wie wird eine Korrektur der äußeren Nase durchgeführt?

Man unterscheidet zwei unterschiedliche Arten der Rhinoplastik, die offene und die geschlossene Technik. Bei der geschlossenen Technik wird nur in der Nase geschnitten. Ich wende diese Technik zur Korrektur kleiner Höcker oder diskreter Unregelmäßigkeiten des oberen und mittleren Drittels der Nase an. Für die überwiegende Mehrzahl der Fälle bevorzuge ich die offene Technik, bei der über einen Hautschnitt am Nasensteg der gesamte Hautmantel vom Nasengerüst abgehoben wird. Dadurch habe ich eine sehr viel bessere Kontrolle über die Veränderungen, die ich vornehme. Die Narbe ist langfristig meist kaum sichtbar.

Die Nase kann in Drittel unterteilt werden. Das obere Drittel besteht aus Knochen, das mittlere aus der knopeligen Nasenscheidewand und den daran anheftenden Seitenknorpeln, das untere Drittel aus den kompliziert geformten Flügelknorpeln, die dem Nasensteg, der Nasenspitze und den Nasenflügeln ihre Form geben. Häufige Formveränderungen des oberen Drittels sind Höcker und Schiefstellungen. Wenn am oberen Drittel etwas verändert werden soll, muss der Knochen der Nasenbeine in aller Regel vollständig von der Wange und von der Stirn abgetrennt werden, um ihm die neue, gewünscht Form geben zu können.

Das mittlere Drittel der Nase ist sehr wichtig für ihre Funktion. Wenn hier die Dreiecksknorpel nicht wieder stabil im richtigen Winkel am knopeligen Nasenrücken angenäht werden, können sich die Nasenflügel beim Einatmen ansaugen, sodass man nicht mehr frei durchatmen kann. Das mittlere Drittel kann in einen Höcker mit einbezogen und zu hoch sein. Es kann aber auch schief oder zu niedrig sein. Dies kommt meist durch einen Schiefstand der knorpeligen Nasenscheidewand oder Substanzdefekten nach Verletzungen, Operationen oder Entzündungen zu Stande. Dann kann - kurzfristig relativ einfach - ein Material aufgelegt werden, das den Substanzdefekt des Nasengerüsts ausgleicht. Wenn dieses Material jedoch auf eine nicht stabile Unterlage gelegt wird, sind die Ergebnisse häufig nicht langfristig stabil. In den meisten Fällen ist es besser - aber ungleich schwieriger - die Nasenscheidewand als stabiles Fundament zu rekonstruieren. In manchen Fällen braucht man hierfür zusätzlichen Knorpel, der von einer Rippe oder von den Ohrmuscheln "geklaut" werden kann.

Formveränderungen des unteren Drittels kommen durch Formveränderungen der Flügelknorpel zu stande. Diese stützen sich aber auch auf die vordere, knorpelige Nasenscheidewand, die unbedingt stabil in der Mitte stehen muss, um hier gute und langfristig stabile Ergebnisse zu erzielen. Häufige Probleme sind eine abgesunkene Nasenspitze, eine zu große oder zu plumpe Nase an der Spitze selbst oder direkt oberhalb der Spitze und Asymmetrien. Die Korrektur solcher Veränderungen erfolgt meist durch eine Kombination aus der Entfernung überschüssigen Knorpels und Nahttechniken, manchmal aber auch durch ein Durchtrennen und in neuer Position wieder Zusammennähen oder durch das Hinzufügen kleiner Knorpeltransplantate.

Auch bei sehr sorgfältigem Arbeiten sind kleine Unregelmäßigkeiten und Asymmetrien nicht vollständig vermeidbar. Bei normaler oder dicker Haut fallen diese in aller Regel nicht auf. Bei sehr dünner Haut können sie jedoch tastbar oder sogar sichtbar werden. Insbesondere wenn bereits vor einer Operation das Knorpelgerüst der Nase sich deutlich abzeichnet, ist es empfehlenswert, die dünne Haut zu unterfüttern. Ich verwende hierfür die Muskelhaut des Kaumuskels an der Schläfe (Temporalisfaszie). Die Schnitte zur Entnahme des Materials werden oberhalb des Ohres durch die Haare versteckt, die nicht rasiert werden müssen, sodass keine sichtbaren Narben entstehen. Durch die Verwendung von Temporalisfaszie erreiche ich auch bei sehr dünner Haut in aller Regel ein sehr gleichmäßiges, glattes Ergebnis.

Mit welchen Beschwerden und Einschränkungen müssen Sie nach der Operation rechnen?

Obwohl eine Rhinoplastik in aller Regel mehrere Stunden dauert, ist sie eine wenig schmerzhafte und wenig belastende Operation. Ein leichter Wundschmerz ist normal, der sich in der Regel mit leichten Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen gut kontrollieren lässt. Bitte informieren Sie uns, falls Sie nach der Operation starke Kopfschmerzen haben sollten, die sich durch leichte Schmerzmittel nicht bessern. Stärkere Schmerzen, Rötung, Hitzegefühl und Schwellung im Bereich des Nasenrückens sowie Fieber können Zeichen eines Blutergusses oder/und einer Infektion sein. In diesem Fall kann schnelles Handeln notwendig sein, um langfristig ein gutes Operationsergebnis zu sichern. Eine leichte Rötung und Empfindlichkeit des Nasenstegs, die oft nach ein paar Tagen etwas zunimmt, sind normal. In ausgeprägten Fällen kann hier eine antibiotische Salbe oder sogar ein Antibiotikum als Tabletten sinnvoll sein.

Für einige Tage nach der Operation kann Ihre Nase reichlich Schleim produzieren, der auch etwas blutig sein kann. Wir werden versuchen, Ihnen durch Absaugen Erleichterung zu verschaffen, da Sie zunächst nicht ausschneuzen dürfen. Wenn am Knochen gearbeitet werden muss, sind gewisse Blutergüsse im Gesicht nicht vermeidbar. Bis diese vollständig zurückgehen, sollten sie nicht der Sonne ausgesetzt werden.

Wenn gleichzeitig eine Korrektur der Nasenscheidewand vorgenommen wurde, wird diese mit Silikonschienen in der Nase stabilisiert, die am Entlassungstag drei Tage nach Operation entfernt werden. Darüber hinaus sind meist keine Tamponaden notwendig. Die Fäden am Nasensteg werden am 5.-7. Tag entfernt. In den meisten Fällen wird die Nase durch eine Gipsschiene abgedeckt, die nach ca. einer Woche durch eine kleinere Aluminiumschiene ersetzt wird. Für leichtere Tätigkeiten sind Sie nach ca. 14 Tagen wieder arbeitsfähig, stärkere körperliche Belastung ist nach drei Wochen wieder erlaubt. Bis eine Nase Ihre alte Stabilität wieder erlangt, dauert es viele Monate, Sie sollten für eine langen Zeitraum keinen Schlag oder Druck (z.B. durch schwere Brillen, Taucherbrillen etc.) auf die Nase bekommen und nicht stärker Schneuzen. Wie lange Sie hier aufpassen müssen, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich, ich werde Sie hierüber nach der Operation informieren.

Worauf müssen Sie nach der Operation achten?

Gerade bei Nasenoperationen können und müssen Sie selbst zu einem guten Ergebnis beitragen. Leichte Bewegung fördert den Heilungsverlauf. Allerdings sollte in den ersten 2 Wochen nach der Operation alles vermieden werden, was den Blutdruck erhöht oder die Blutgefäße erweitert, bzw. die Blutgerinnung verändert: kein Sport oder andere körperlichen Anstrengungen, nicht schwer heben; keine Sonnenbäder oder Solarien; nicht heiß baden oder duschen; kein starker Kaffee, kein Alkohol, nicht rauchen; Medikamente mit Wirkung auf die Blutgerinnung (z.B. Marcumar, Aspirin oder ähnliches) sollten ggf. nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Am Morgen nach der Operation sollten Sie ein Nasenöl und eine Nasensalbe bekommen, bitte fragen Sie gegebenenfalls danach. Sie sollten regelmäßig reichlich davon in die Nase geben, damit sich keine trockenen Krusten bilden. Legen Sie sich dafür auf den Rücken, erst wenn das Öl im Rachen ankommt, war es überall, wo es hin soll! V.a. an den Fäden am Nasensteg sollten sie Krusten mit Bepanthensalbe einweichen und vorsichtig vor dem Spiegel mit einem Wattestäbchen entfernen.

Was ist, wenn mir an meiner Nase nach der Operation etwas nicht gefällt?

Bitte erwarten Sie nicht schon beim ersten Wechsel der Nasenschiene ein perfektes Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt sind Schwellungen und Blutergüsse eher die Regel als die Ausnahme. Diese können auch vorübergehend zu deutlichen Asymmetrien führen. Eine diskrete Schwellung im Hautmantel, v.a. im Bereich der Nasenspitze hält oft für viele Monate an. Die Fäden, mit denen das Knorpelgerüst der Nase in die gewünscht Form gebracht wird, lösen sich erst nach 6- 9 Monaten vollständig auf und können solange noch leichte Entzündungen und Schwellungen unterhalten. Wenn Ihnen etwas Sorgen bereitet, sprechen Sie mich bitte an. Gelegentlich sind tatsächlich Nachkorrekturen sinnvoll, allerdings sollte man in aller Regel zumindest ein Jahr damit warten, da sich Ihre Nase solange noch deutlich - meist zum Positiven - verändern kann.

© PD Dr. Bernhard Olzowy, März 2018