Septumplastik (Nasenscheidewandbegradigung)

Die Begradigung der Nasenscheidewand wird am häufigsten auf Grund einer dadurch verursachten Behinderung der Nasenatmung durchgeführt, aber auch im Rahmen von Nasennebenhöhlenoperationen wenn der Zugang durch die Nase sonst zu eng wäre. Eine stabile, mittelständige Nasenscheidewand ist zudem Grundvoraussetzung für den Erfolg von Korrekturen der äußeren Nase (Rhinoplastik), weshalb oft zunächst eine Septumplastik durchgeführt werden muss.

Wie wird die Nasenscheidewand begradigt?

Die Nasenscheidewand besteht vorne aus Knorpel, weiter hinten aus Knochen. Die meisten Verkrümmungen betreffen den Übergangsbereich zwischen Knorpel und Knochen weiter hinten in der Nase und sind relativ leicht zu korrigieren. Die verkrümmten Anteile können hier ganz einfach entnommen, begradigt und ohne sie zu befestigen wieder eingesetzt werden. Ungleich schwieriger wird es, wenn - v.a. nach Verletzungen - die vorderen Abschnitte der knorpeligen Nasenscheidewand nicht stabil in der Mitte stehen und eventuell sogar gebrochen sind. Dieser vordere Anteil der Nasenscheidewand gibt nämlich der äußeren Nase ihre Form und ihre Stabilität. In vielen Fällen ist die Nase dann vorne auch schief oder die Nasenspitze abgesunken. Zur Korrektur solcher Veränderungen muss, meist aus geraderen Knorpelanteilen weiter hinten in der Nase, ein ausreichend großes Stück gerader Knorpel "gebastelt" und in genau der richtigen Position wieder stabil eingenäht werden. Wir führen diese Eingriffe bevorzugt in der von Prof. Wolfgang Gubisch entwickelten Technik der "extrakorporalen Septumplastik" durch, um hier zuverlässig langfristig stabile Ergebnisse zu erzielen.

Für die Standard-Septumplastik wird in der Nase auf einer Seite ein Schnitt gemacht und über diesen die Schleimhaut von den verkrümmten Anteilen der Nasenscheidewand abgelöst. Die verkrümmten Anteile der Nasenscheidewand werden dann entnommen, begradigt und wieder eingesetzt. Der Schnitt wird mit selbstauflösenden Fäden vernäht und danach Silikonschienen eingesetzt, die die abgelösten Anteile der Schleimhaut leicht andrücken und die korrigierten Abschnitte der Nasenscheidewand in der Mitte stabilisieren. Diese Schienen werden am Tag der Entlassung bei uns in der Praxis entfernt. Dies ist meist nicht wesentlich schmerzhaft. Auf sonstige Tamponaden können wir in aller Regel verzichten.

Der Eingriff kann in Einzelfällen ambulant durchgeführt werden, meist ist aber eine stationäre Durchführung sicherer, bei der Sie drei Nächte nach der Operation bis zur Entfernung der Schienen in der Klinik bleiben, damit wir Sie täglich sehen und eventuelle Komplikationen frühzeitig erkennen können.

Mit welchen Beschwerden müssen Sie nach der Operation rechnen?

Für einige Tage nach der Operation kann Ihre Nase reichlich Schleim produzieren, der auch etwas blutig sein kann. Wir werden versuchen, Ihnen durch Absaugen Erleichterung zu verschaffen, da Sie zunächst nicht ausschneuzen dürfen. Die Operation ist in der Regel nur wenig schmerzhaft. Ein leichter Wundschmerz und ein Druck am Oberkiefer ist normal, was sich in der Regel mit leichten Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen gut kontrollieren lässt. Bitte informieren Sie uns, falls Sie nach der Operation starke Kopfschmerzen haben, die sich durch leichte Schmerzmittel nicht bessern. Stärkere Schmerzen, Rötung, Hitzegefühl und Schwellung im Bereich des Nasenrückens sowie Fieber können Zeichen eines Blutergusses oder/und einer Infektion in der Nasenscheidewand sein. In diesem Fall kann schnelles Handeln notwendig sein, um langfristig ein gutes Operationsergebnis zu sichern. Eine leichte Rötung und Empfindlichkeit des Nasenstegs, die oft nach ein paar Tagen etwas zunimmt, sind normal. In ausgeprägten Fällen kann hier eine antibiotische Salbe oder sogar ein Antibiotikum als Tabletten sinnvoll sein.

Viele Patienten bekommen bereits unmittelbar nach der Operation bzw. nach Entfernung eventueller Silikonschienen besser Luft als vorher. Manche Patienten reagieren jedoch mit ausgeprägter Schwellung und/oder Verkrustung der Schleimhäute. Dann ist Geduld gefragt. Der Erfolg kann sich in solchen Fällen manchmal auch erst nach etlichen Wochen einstellen.

Worauf müssen Sie nach der Operation achten?

Gerade bei Nasenoperationen können und müssen Sie selbst zu einem guten Ergebnis beitragen. Leichte Bewegung fördert den Heilungsverlauf. Allerdings sollte in den ersten 2 Wochen nach der Operation alles vermieden werden, was den Blutdruck erhöht oder die Blutgefäße erweitert, bzw. die Blutgerinnung verändert: kein Sport oder andere körperlichen Anstrengungen, nicht schwer heben; keine Sonnenbäder oder Solarien; nicht heiß baden oder duschen; kein starker Kaffee, kein Alkohol, nicht rauchen; Medikamente mit Wirkung auf die Blutgerinnung (z.B. Marcumar, Aspirin oder ähnliches) sollten ggf. nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Am Morgen nach der Operation sollten Sie ein Nasenöl und eine Nasensalbe bekommen, bitte fragen Sie gegebenenfalls danach. Sie sollten regelmäßig reichlich davon in die Nase geben, damit sich keine trockenen Krusten bilden. Legen Sie sich dafür auf den Rücken, erst wenn das Öl im Rachen ankommt, war es überall, wo es hin soll!

Die ersten 6 – 8 Wochen nach der Operation kann sich Ihre Nasenscheidewand noch wieder verschieben. In dieser Zeit sollten sie beim Husten oder Niesen den Mund weit öffnen. Ein kräftiges, insbesondere einseitiges Ausschneuzen der Nase ist unbedingt zu vermeiden, bevorzugt sollten Sie die Nase solange durch „Hochziehen“ vom Schleim befreien.

© PD Dr. Bernhard Olzowy, März 2018